Geschichte

Schon seit den ersten Flügen in Deutschland haben sich Lüneburger Bürger für die Luftfahrt interessiert und sehr früh aktiv in Lüneburg betrieben.

1911, der Beginn der Fliegerei in Lüneburg, der Deutschlandflug

So führte bereits der erste Deutschlandflug 1911 nach Lüneburg. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts fuhren Zeppeline über Lüneburg. Später wurde ein Fliegerhorst aufgebaut, die Berliner Luftbrücke (1948/49) wurde aus Lüneburg mit bedient und es wurden zeitweise sogar Luftfahrzeuge in Lüneburg entwickelt und gebaut.

Der Luftsportverein Lüneburg ist einer der ältesten Flugvereine Deutschlands und der Flugplatz seine Existenzgrundlage.

Besonders seit der Wiedervereinigung erfreut sich der Lüneburger Flugplatz einer wachsenden Beliebtheit, war der Betrieb aufgrund der Nähe zur Innerdeutschen Grenze nicht ohne Herausforderungen möglich.

Die größte Motorflugveranstaltung vor dem ersten Weltkrieg war der erstmals ausgetragene „Deutsche Rundflug“ vom 11. Juni bis 10. Juli 1911.

Über insgesamt 13 Etappen war eine Flugstrecke von 1854 km quer durch Deutschland geplant. Als Start- und Zielort diente das Flugfeld Johannisthal bei Berlin.

Von 1913 bis heute,  vom  „Lüneburger Luftfahrtverein e.V.“  zum „Luftsportverein Lüneburg e.V.“

10 Jahre nach den ersten Flügen der Gebrüder Wright gründeten Lüneburger Bürger am 25. September 1913 den „Lüneburger Luftfahrtverein e.V.“ Die ersten Jahre des Vereins wurden jedoch gleich vom ersten Weltkrieg überschattet, in dessen Folge ein Flugverbot in Deutschland ausgesprochen wurde.

In den Jahren 1920 bis 1933 veranstaltete der Verein Vortragsreihen, baute Segelschulflugzeuge, veranstaltete Flugvorführungen und betrieb regelmäßig Segelflug auf dem Fluggelände der Lüner Rennbahn.

Ab 1933 wurde jeglicher Segelflug in Deutschland durch das Nationalsozialistische Fliegerkorps übernommen, so auch in Lüneburg.

Nach dem Kriegsende wurde wiederum ein Flugverbot für alle Deutschen ausgesprochen. In Lüneburg übernahmen britische Truppen den Fliegerhorst. U.a. sammelten und flogen sie die bis 1950 in Norddeutschland konfiszierten Segelflug-zeuge in Lüneburg. 

Aus einer Modellfluggruppe heraus wurde 1950 der „Luftsportverein Lüneburg e.V.“ gegründet. Man startete wieder regelmäßig auf dem Fluggelände der Lüner Rennbahn zum Segelflug und baute unter den Augen der Britten Segelflugzeuge.

Ab 1957 durfte das Fliegerhorstgelände und die Halle 5 zur Unterstellung der vereinseigenen Flugzeuge genutzt werden. Nach offizieller Aufhebung des Flugverbots in Deutschland wurde auch in Lüneburg wieder Motorflug und zwischenzeitlich, von 1955 bis 1977, Fallschirmsprung in dem räumlich begrenzten Luftraum um den Flugplatz, unter den Auflagen der Flugüberwachungszone  entlang der inner-deutschen Grenze, durchgeführt.

Im Jahr 1990 musste der Luftsportverein seine damaligen Gebäude auf Anweisung der Stadt Lüneburg räumen und die heutigen Gebäude wurden in kürzester Zeit in Eigenleistung auf dem damaligen Verkehrslandeplatz Lüneburg errichtet.

Heute besteht der Luftsportverein Lüneburg aus ca. 100 Mitgliedern, hiervon ca. 20 Jugendliche. Der Verein unterteilt sich in Sparten: Segelflug, Motorflug, Motorsegler und Ultraleicht.

Es gibt eine aktive Jugendgruppe, es wird Flugausbildung innerhalb des Vereinsrahmens durchgeführt und die eigenen Luftfahrzeuge werden innerhalb des Vereins lufttüchtig gehalten. Bei all den anstehenden Arbeiten geben Ältere ehrenamtlich ihr Wissen an die Jugendlichen weiter.

Der Verein stellt die Piloten für das in Lüneburg stationierte Flugzeug des Feuerwehrflugdienstes Niedersachsen.

Eine eigene Vereinsgaststätte steht Besuchern und für Familienfeiern zur Verfügung. Sie ist sogleich Mittelpunkt des Vereinslebens.

Seit 1998 wird wieder ein Flugplatzfest veranstaltet, bei dem jährlich bis zu 8000 Zuschauer auf das Flugplatzgelände strömen und sich an der Fliegerei und dem Drumherum erfreuen.

Jährlich werden junge Menschen an die Luftfahrt heran geführt. So veranstaltet der Verein regelmäßig in den Sommerferien ein Schulkinderfliegen, betreut regelmäßig Kindergartengruppen bzw. Schulklassen und führt an den Wochenenden Rundflüge um Lüneburg durch.

Am 14.06.2020 stimmten die Lüneburger mit einer der höchsten jemals bei einem niedersächsischen Bürgerbegehren erreichten Zustimmungsrate von über 82% für den Erhalt ihres Flugplatzes.